Konzeption

Vorbemerkungen

Seit dem Schuljahr 2009/10 werden die Kinder der vierten bis sechsten Klassen in den Räumlichkeiten der Grundschule an der Marie von vier Mitarbeitern des Netzwerk Spiel/Kultur e.V. betreut. Bereits seit 2005 bestehen Kooperationsverträge zwischen der Schule und den umliegenden Horten, um allen Kindern die Möglichkeit einer umfangreichen (Freizeit-) Betreuung bieten zu können. Das Schulprogramm sowie das Leitbild und die inhaltliche Ausrichtung des Trägervereins stellen dabei die konzeptionelle Grundlage dar.  Die Lage der Schule am Stadtplatz „an der Marie“ mit  seinen  angrenzenden Kinder- und Jugendeinrichtungen, Freizeithaus (mit Hort und Jugendclub) sowie  dem  Abenteuerspielplatz (ASP), bietet die Möglichkeit zur Verbindung von Offener Kinder- und Jugendarbeit und Hortbetreuung. Dies hat Modellcharakter, denn für 5-16 jährige Kinder und Jugendliche des Einzugsgebietes werden so Betreuungsformen und Freizeitaktivitäten geschaffen, die ihrer individuellen, familiären und schulischen Situation angepasst sind.

Trägerschaft

Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V. ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und anerkannter regionaler Träger der Jugendhilfe in Berlin. Zu seinen Zielen gehört die Förderung der Jugendhilfe sowie der Kinder- und Jugendkultur und –bildung. Der Verein ist seit 1990 als Initiator, Unterstützer und Träger von Projekten der Kinder- und Jugendarbeit vor allem in der Region Prenzlauer Berg des Bezirkes Pankow von Berlin tätig. Mit der Grundschule und dem Stadtplatz an der Marie ist Netzwerk Spiel/Kultur durch den Aufbau des Freizeithauses (Gartenhaus) sowie die langjährige Kooperationspartnerschaft mit dem ASP Marie verbunden: Der Verein leistete 1998 Starthilfe bei dessen Gründung, indem er für die zwei Mitarbeiterinnen ein viermonatiges Praktikum auf dem Abenteuerlichen Bauspielplatz Kolle 37 ermöglichte und ihnen know-how für den Betrieb eines pädagogisch betreuten Spielplatzes vermittelte. Seitdem gibt es vielfältige Formen der Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung. Anfang 2003 wurde im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens die Trägerschaft für das Freizeithaus durch Beschluss des Jugendhilfeausschusses Pankow an Netzwerk Spiel/Kultur vergeben, seitdem besteht auch zur Grundschule ein enges Kooperationsverhältnis. 

Außerdem betreibt der Verein offene Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche (den Abenteuerlichen Bauspielplatz Kolle 37, das ArchäologieSpielProjekt und die Jugendfarm Moritzhof), drei ehemals städtische Kindergärten und eine Schule.

Kooperationspartner

Die Basis für den Betrieb des Netzwerkhortes ist der Kooperationsvertrag mit der Grundschule an der Marie. In diesem Vertrag bekunden Netzwerk Spiel/Kultur, zwei weitere freie Träger (EKT Blechkuchen e.V., EKT Obst&Gemüse e.V.) und die Schule ihre Absicht, die unterrichtsergänzenden Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote für die Schüler der Grundschule an der Marie gemeinsam zu organisieren. 

Der Verein Netzwerk Spiel/Kultur kooperiert beim Betrieb der offenen Jugendeinrichtung und des ASP Marie, mit dem Bezirksamt Pankow von Berlin. Das Bezirksamt stellt für diese Bereiche das Personal und für den ASP Marie zusätzlich die erforderlichen Sachmittel zur Verfügung. Außerdem kooperiert Netzwerk Spiel/Kultur mit dem Sportverein Pfefferwerk e.V. Er bietet im Sportraum des ersten Obergeschoss des Freizeitauses und in der Turnhalle verschiedene sportliche Aktivitäten an. Sie können von den Kindern und Jugendlichen aus offenem Freizeitbereich und dem Hort ebenfalls genutzt werden.


Grundlagen der pädagogischen Arbeit

Allgemeine pädagogische Grundprinzipien

Im Mittelpunkt der Arbeit des Vereins Netzwerk Spiel/Kultur und so auch der Arbeit des Hortes  in der Grundschule an der Marie, steht die uneingeschränkte Achtung der Würde jedes einzelnen. Besonders Kinder und Jugendliche erfahren als Besucher der Einrichtungen von Netzwerk Spiel/Kultur, dass ihre Interessen ernst genommen werden und dass auf ihre Meinung wert gelegt wird.

Kinder werden nicht als Objekte erwachsener Bevormundung betrachtet, sondern als gleichwertige Menschen mit eigenen Bedürfnissen, Erfahrungen und Möglichkeiten. Ihr Recht auf Selbstbestimmung wird wie das jedes Menschen in dem Maße geachtet, wie es Andere nicht beeinträchtigt.

Die pädagogischen Mitarbeiter verstehen sich als Begleiter und Unterstützer der Kinder sowie als Verantwortliche für deren Schutz und Versorgung. Sie können den Kindern in ihrem Entwicklungs- und Lernprozess Orientierung und Hilfestellung geben, wenn sie aufgrund ihrer fachlichen und menschlichen Kompetenzen von den Kindern als Autoritäten anerkannt werden, sie werden aber nicht die Entwicklungs- und Lernwege der Kinder bestimmen oder sie auf einen Weg zwingen. Dem Alter und den Fähigkeiten der Kinder entsprechend unterstützen sie sie beim Lernen, Spielen und den Erfordernissen des Alltags. Grundansatz ist, den Kindern zu helfen, es selbst zu tun, Stück für Stück eigene Kompetenzen zu entwickeln, die Welt selbst zu  „begreifen“. 

Lernen wird als ganzheitlicher Prozess verstanden, in den Denken, Fühlen, Körperlichkeit und Handeln integriert werden können. In Ergänzung zum schulischen Bildungskonzept sehen die pädagogischen Mitarbeiter ihre Aufgabe darin, den Kindern durch die Orientierung an ihren Erfahrungen und Bedürfnissen die Lust am Lernen zu erhalten. Kinder lernen wie alle Menschen am besten, wenn der Lerninhalt für sie persönlich bedeutsam ist. Die Kinder sollen deshalb in ihrem Selbstbewusstsein und ihren Möglichkeiten unterstützt werden, eigene Lernziele zu formulieren und anzusteuern.

Davon ausgehend orientiert sich das Hortkonzept an der Prozesshaftigkeit der pädagogischen Gruppen- und Einzelarbeit. Das heißt, dass sich die Aufmerksamkeit auf die jeweiligen Situationen, die Bedürfnisse der Gruppe und des einzelnen Kindes im „Hier und Jetzt“ richtet und sich pädagogische Aktion und Intervention daran orientieren. Die Fixierung auf ein starres Ziel würde Kindern und Mitarbeitern die Möglichkeit nehmen, die konkreten Erfahrungen während des Tuns wahrzunehmen. Wird z.B. ein Spiel durch einen Streit unterbrochen, kann das Ziel, das Spiel durchzuführen, in den Hintergrund treten und die aktuelle Situation wird vordergründig. Nicht jede geplante Aktion muss aufgrund neu entstandener Situationen aufgegeben werden, doch ist die Integration sogenannter „Störungen“ eine Möglichkeit, selbst bestimmte Lernprozesse zu fördern.

Zu den Aufgaben der pädagogischen Mitarbeiter gehört es, den Kindern den Raum und die Möglichkeit zu bieten, Erlebnisse zu verarbeiten und ihnen die Kraft zu geben, bestehende Konflikte zu bewältigen. Kommt ein Kind z.B. aufgeregt oder traurig aus dem Unterricht, ist es sinnvoll, diese Aufregung oder Traurigkeit wahrzunehmen und ihr Platz zu verschaffen, vorrangig vor evtl. anstehenden Planungen oder Terminen. Dabei ist es wichtig, möglichst ohne vorschnelle Deutungen und vorgefasste Meinungen auszukommen. Weint ein Kind, sind zunächst nur Tränen, ein rotes Gesicht usw. zu sehen. Was dieses Kind fühlt, lässt sich nur mit dem Kind gemeinsam erfahren. Vorschnelle Deutungen, was dieses Kind zum weinen gebracht hat, nimmt die Offenheit, vom Offensichtlichen (Phänomen) zu den Gründen und Gefühlen des Kindes zu kommen und nimmt dem Kind das Recht und die Möglichkeit, seiner eigenen Gefühle gewahr zu werden und diesen Ausdruck zu verleihen.

Die Kinder werden an der Planung und Durchführung von Gruppenaktionen und Projekten sowie an der Aufstellung von Regeln und Normen beteiligt. So haben die Kinder die Chance, den Hort nicht nur als vorgegebene Struktur zu sehen, sondern als ihren eigenen Raum zu begreifen den sie mitgestalten.

Sicherheitskonzept

Der Netzwerhort versteht sich wie alle Einrichtungen von Netzwerk Spiel/Kultur als Ort, an dem Bedingungen für die ungestörte Entwicklung seiner Nutzer geschaffen werden. Er arbeitet auf der Basis der Schulordnug, die öffentlich zugänglich ist und zum Kinder- und Jugendschutz aus-drücklich Stellung bezieht. Ein Schwerpunkt des Vereins ist seit vielen Jahren die Auseinandersetzung mit pädosexuellen Übergriffen und anderen Grenzüberschreitungen gegenüber Kindern. Alle Mitarbeiter müssen spezielle Vereinbarungen zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen unterzeichnen und einhalten, um das Gefährdungspotential so gering wie möglich zu halten. Auf fremde Personen im Umfeld der Einrichtung wird besondere Aufmerksamkeit gerichtet, um die Kinder vor Übergriffen gezielt zu schützen.

Kooperation und Vernetzung

Wichtigster Kooperationspartner ist die Grundschule an der Marie. Die Grundsätze der Zusammenarbeit sind im Kooperationsvertrag formuliert. Die Mitarbeiter des Hortes übernehmen in der verlässlichen Halbtagsgrundschule (VHG) im Zeitraum von 7.30 Uhr – 13.30 Uhr Aufgaben, wie die Betreuung der Schüler während unterrichtsfreier Zeit, die Unterstützung der Schüler bei selbstorganisierten Lernprozessen (Wochenplan) und die Mitarbeit bei (außerunterrichtlichen) Schulprojekten und -veranstaltungen, außerdem werden die Hortkinder bis 17.00 Uhr in den Räumen der Schule betreut. Der Frühhort wird gemeinsam mit den MitarbeiterInnen des kommunalen Schulhorts gestaltet, die Späthortbetreuung findet im Freizeithaus (Gartenhaus) statt. Umfang und genaue Art der Leistungen werden im Sinne des Schulprogramms von den Vertragspartnern jährlich gemeinsam festgelegt. Die Mitarbeiter des Hortes nehmen außerdem an der Gesamtkonferenz der Lehrkräfte mit beratender Stimme teil und beteiligen sich auf Wunsch der (Klassen-), Elternversammlungen an deren Sitzungen.

Der Netzwerhort in der Grundschule kooperiert außer mit dem  (kommunalen) Schulhort und dem Hort im Gartenhaus, mit dem Schülerclub, der Schulstation sowie den Schülerläden Blechkuchen und Obst und Gemüse. Hierbei geht es z.B. um die gemeinsame Nutzung von Räumen und anderen Ressourcen und die gemeinsame Organisation von Festen der Schule oder des Stadtteils.

Mit den Institutionen der Schule (wie z.B. die Schulstation) gibt es gemeinsame Besprechungen zu einzelnen Kindern und ihren Problemen und Bedürfnissen. 

Über die Zusammenarbeit mit der Schule und den Schülerläden hinaus werden Vernetzungen mit anderen Institutionen und Kinder- und Jugendeinrichtungen von Netzwerk Spiel/Kultur und der Region entwickelt und gepflegt. Außerdem nehmen Mitarbeiter des Hortes an relevanten bezirklichen und berlinweiten Gremien und Arbeitsgemeinschaften teil.

Ziele der Hortarbeit

Der Hort soll ein geschützter Ort sein, an dem die Kinder versorgt werden, Geborgenheit finden und sich nach dem unterrichtlichen Teil der Schule entspannen können. 

Gleichzeitig soll der Aufenthalt im Hort aber auch Anreize bieten, das im Unterricht angeeignete Wissen zu nutzen und zu vertiefen, selbstgewählten Themen nachzugehen, die Sinne anzuregen und sich körperlich-sportlich zu betätigen. Durch die unterschiedlichsten Angebote sollen die Kinder die Möglichkeit haben, eine Vielzahl ihrer Bedürfnisse und Interessen zu befriedigen, ihre Fähigkeiten zu erproben, zu entwickeln und darzustellen und so neue Ressourcen zu entdecken, sich Erfolgserlebnisse im außerschulischen Bereich zu schaffen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. 

Im Hort soll den Kindern die Gelegenheit gegeben werden, soziale Kompetenzen wie Verantwortungsübernahme, Solidarität und Toleranz, Kommunikations- und Kritikkultur und gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln sowie Alternativen zu herkömmlichen geschlechtsspezifischen Rollenmustern zu leben.

Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, die Selbstständigkeit der Kinder zu entwickeln und sie auf die Ablösung vom Hort, in der fünften Klasse, vorzubereiten.

Bei all diesen Prozessen soll die Initiative des Kindes im Vordergrund stehen und positiv bestätigt werden. Die Betreuer unterstützen die Kinder bei der Umsetzung ihrer Ideen und begleiten sie prozessorientiert. Wichtig ist die Präsentation eines Arbeitsergebnisses, dabei kann auch der Weg das Ziel sein und als Ergebnis präsentiert werden.

Personal

Im Hort arbeiten vier fest angestelltepädagogische Fachkräfte. Sie sind für die pädagogische Arbeit in der Gruppe von rund 80 Kindern verantwortlich und für diese Kinder und ihre Eltern die Ansprechpartner. Im Vormittagsbereich übernimmt jeder der vier Mitarbeiter in Absprache mit den Lehrerinnen die ergänzende Unterstützung im Unterricht. Im täglichen Hortbetrieb besteht ihre Aufgabe vor allem darin, die Kinder der Gruppe durch den Nachmittag zu geleiten, auf das Erledigen der Hausaufgaben zu achten, auf Angebote hinzuweisen oder bei der Auswahl der Angebote und der Einhaltung von Terminen behilflich zu sein. 

Stundenweise unterstützen die Mitarbeiter, bei Bedarf, auch die fünften und sechsten Klassen bei besonderen Projekten.

Zusätzlich zum fest angestellten Personal können für spezielle Angebote Honorarkräfte eingesetzt werden. Außerdem können seit 2011 Praktikanten, im Rahmen ihrer Ausbildung, im Hort eingesetzt und angeleitet werden.

Neben der wöchentlichen Besprechung im Kleinteam findet monatlich eine gemeinsame Teamsitzung mit den Mitarbeitern des Freizeithauses statt. Einrichtungsübergreifende offene Angebote sowie Projekte oder Ausflüge werden hier mit allen pädagogischen Mitarbeitern diskutiert und für die jeweiligen Bedürfnisse konzipiert. 

Raumkonzept

Zu den Räumlichkeiten der Schule, die für die Nachmittagsbetreuung der Kinder nutzbar sind, gehören neben den Horträumen, den angrenzenden Klassenräumen und dem Hausaufgabenraum, die große Aula mit Bühne und Beschallungstechnik, ein Computerraum mit etwa 25 Arbeitsplätzen, der  Kunst- und Werkraum, ein Märchenzimmer zum Vorlesen und die Küche der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Die Sporthalle sowie das Atelier im Dach des Freizeithauses können für Projekte und kooperative Angebote ebenfalls von den Mitarbeitern und Kindern genutzt werden. Der große Schulhof mit Garten und der nahe gelegene Spielplatz an der Marie bieten den Kindern die Möglichkeit zur ausgiebigen Bewegung. 

Gruppenstruktur

Von den Kindern der jetzigen vierten Klassen werden ca. 60 Kinder im Hort in der Schule betreut. Die Kinder sind nur im Unterricht ihren Klassen zugeteilt, im Hortbereich bilden sie eine gemeinsame, große Gruppe. Die Mitarbeitern stehen ihnen in gleicherweise als Ansprechpartner zur Verfügung und Freundschaften können so klassenübergreifend, auf Grund gemeinsamer Interessen und Vorlieben, entstehen. Die Räume des Hortes können von allen Kindern gleichermaßen genutzt werden, so dass sich die Kinder jederzeit beliebig begegnen können, sowohl beim Mittagessen und bei den Hausaufgaben als auch beim freien Spiel und bei den gruppenübergreifenden Angeboten, die jeden Nachmittag stattfinden.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des Hortes garantieren die Betreuung der Kinder in dem Umfang, wie ein bestätigter Bedarf vorliegt. Das heißt, die Hortbetreuung ist gleitend nach dem Unterrichtsende bis 18 Uhr gewährleistet. Eine Betreuung zwischen 6.00 und 7.30 Uhr wird kooperativ mit dem Schulhort angeboten. Der Späthort findet ab 17 Uhr im Gartenhaus statt. In den Ferien kommt generell eine Öffnungszeit von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr dazu.

Tages- und Angebotsstruktur

Der Tagesablauf für die Kinder nach dem Unterricht ist durch einen festen Rahmen mit flexiblen Bestandteilen gekennzeichnet (unseren Wochenplan). Die Hauptelemente der Nachmittagsgestaltung sind nach der  Entspannungsphase, das Anfertigen der Hausaufgaben und die Teilnahme an gruppenübergreifenden Angeboten bzw. freies Spielen. Die zeitliche Abfolge dieser Elemente und die konkrete Gestaltung richten sich jeweils nach den Bedürfnissen der Kinder sowie den schulischen und organisatorischen Rahmenbedingungen:

Die Kinder erhalten in der Schule ein warmes Mittagessen, wobei sich der Zeitpunkt der Mahlzeit  nach dem Essensplan der Schule richtet. Das gemeinsame Essen dient nicht nur dem Hungerstillen, sondern soll eine Gelegenheit der Begegnung und Kommunikation sein. 

Nach dem Unterricht melden sich die Kinder zunächst im Hort bei den Mitarbeitern an (Anwesenheits- und Abmeldeliste) und können dann sofort ihre Hausaufgaben erledigen oder sich zunächst individuell beschäftigen, indem sie sich zur Entspannung in den Ruheraum oder an eine andere ruhige Stelle begeben oder aber ihrem Drang nach Bewegung auf dem Schulhof oder „der Marie“ nachgehen.

Die Hausaufgaben werden in einer ruhigen Arbeitsatmosphäre, in dem dafür vorgesehenen Raum erledigt. Eine auf honorar Basis angestellte Hausaufgabenhilfe, betreut die Kinder und gibt bei Bedarf Handlungshilfe und Impulse. Nachschlagewerke, Zusatzliteratur und ein PC stehen außerdem zur Verfügung. Die Kinder bekommen soviel Hilfe wie nötig und sowenig wie möglich, damit sie Gelegenheit haben, selbstständige Wege und Lösungen zu finden. Die Kinder sollten sich nicht länger als eine halbe Stunde mit den Hausaufgaben beschäftigen müssen. Reicht diese Zeit für einzelne Kinder nicht aus, wird durch Gespräche mit den Lehrern und Eltern nach Lösungen gesucht.

In der Zeit von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr können die Kinder an verschiedenen Angeboten teilnehmen. Bewegungsorientierte Angebote wie Akrobatik, Jonglage, oder Fußball können nicht nur im Haus, sondern auch auf Spielplätzen und Freiflächen der Umgebung sowie in der Sporthalle stattfinden. Handwerkliche und künstlerische Angebote unter fachlicher Anleitung, wie Theater spielen, Korbflechten, Malen, Kochen, Backen, Medien ausprobieren, Tanzen, Garten- AG oder Musik machen werden in den (Hort-) Räumen der Schule, sowie im Bandkeller des Freizeithauses angeboten.

Zu den Angeboten zählt auch, die Schule für Ausflüge zu verlassen. Die Kinder können z.B. Hütten bauen auf dem ASP Marie, Tiere füttern, streicheln und vielleicht auch reiten in der Jugendfarm Moritzhof, schmieden auf dem ASP Kolle 37 und sich an der Kletterwand ausprobieren im Sportjugendclub. Auch Ausflüge ins Kino, Theater und in Ausstellungen werden in regelmäßigen Abständen angeboten. Einmal im Montat findet ein großer Ausflug statt. Ausflüge an weiter entfernte Orte oder Fahrradtouren können vor allem in den Ferien unternommen werden

Wie viele Angebote pro Nachmittag parallel stattfinden, wird sich nach dem Interesse und der Nachfrage der Kinder, aber auch nach finanziellen und personellen Möglichkeiten richten. Die Kinder können sich, ggf. mit Hilfe der Erzieher, frei entscheiden, an welchem der Angebote sie teilnehmen wollen oder auch nicht. Denn auch zeitliche und räumliche Möglichkeiten zur freien Beschäftigung wie Malen, Gesellschaftsspiele spielen, Bauen, Lesen, Musik hören, Tischtennis spielen, Kickern oder „Garnichtsmachen“ sind jederzeit vorhanden und auch wichtig für die Kinder.

In regelmäßigen Abständen findet eine  KinderKonferenz statt, auf der über den Alltag in der Gruppe gesprochen wird, Kinder Vorschläge und Kritik einbringen können und Regeln gemeinsam erarbeitet werden. Dies ist auch ein Rahmen, um Konflikte zur Sprache zu bringen und Lösungen zu suchen.

Jährlich immer wiederkehrende Höhepunkte werden das gemeinsame Gestalten und Durchführen von Schulfesten sowie Faschings- und Weihnachtsfeier sein. 

Zusammenarbeit mit den Eltern

Aufgabe der Erzieher ist es, mit den Eltern, einen offenen Dialog über alle den Hort betreffenden Angelegenheiten zu führen. Die Arbeit soll so transparent wie möglich sein und vielfältig dargestellt werden. Außerdem geht es darum, Wünsche und Erwartungen beider Seiten zu verbalisieren und aufeinander abzustimmen, um eine optimale Betreuung zu erreichen. Bei Bedarf besteht das Angebot von zusätzlichen Gesprächen zwischen den Eltern und den Mitarbeiter. Wichtig sind ebenfalls kontinuierliche Alltagskontakte beim Abholen der Kinder, um über Tagesereignisse und mögliche Probleme zu sprechen. Diese Begegnungen befördern den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Betreuern und  Eltern und auch der Austausch zwischen den Eltern wird geschätzt.

Wichtige Informationen, zu anstehenden Ereignissen und Neuigkeiten, werden in Form von Elternbriefen weitergeleitet. Bei Bedarf werden Elternabende angeboten.

Die aktive Unterstützung der praktischen pädagogischen Arbeit durch die Eltern ist erwünscht und wird eine Bereicherung sein. Sie können sich z.B. bei der Ausstattung von Festen, beim Aufführen eines Theaterstückes, bei der Begleitung von Ausflügen oder durch Projektangebote beteiligen.

Qualitätssicherung und Konzeptevaluation

Um die Hortarbeit vielfältig und lebendig gestalten zu können, ist es für die Erzieher notwendig, im ständigen Gespräch miteinander, mit den Kindern und Eltern, den LehrerInnen und den anderen Mitarbeitern des Hauses zu bleiben und sich über Ziele, Wünsche und Erwartungen, Gelungenes und Verbesserungswürdiges auszutauschen. 

Die regelmäßige Überprüfung der konzeptionellen Zielsetzungen ist unabdingbar. Jährlich findet eine Konzeptüberarbeitung statt, die die Erfahrungen des Jahres mit einbezieht. Voraussetzung dafür ist die regelmäßige Dokumentation der Arbeit. 

Das Hortteam nimmt in regelmäßigen Abstanden an einer Supervision Teil, um sich in der gemeinsamen Arbeit zu professionaliesieren. Zudem kann an Weiterbildungen individuell teilgenommen werden.

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt auf der Grundlage der gültigen Berliner Regelungen in einer Mischung aus staatlichem Zuschuss und Elternbeitrag. Verpflichtende zusätzliche Elternbeiträge werden nicht erhoben, es sei denn für Zusatzangebote nach Absprache mit den Eltern.